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Die Residenz in der Münchner Innenstadt war zwischen dem Mittelalter und dem Ersten Weltkrieg das Stadtschloss der bayerischen Herrscherfamilie der Wittelsbacher. Das wunderschöne Bauensemble liegt am Odeonsplatz 11, an dem sich auch die Feldherrnhalle 12 und die Theatinerkirche 13 befinden.
Einen ersten Eindruck von dem riesigen Gebäudekomplex der Residenz erhält man von dem Platz vor der Münchener Oper, dem Max-Joseph-Platz 36. Die gewaltigen Ausmaße des Schlosses zeigen die Macht der Wittelsbacher Dynastie. Die elegante Architektur ist ein Hinweis auf den Kunstverstand und die Bauleidenschaft der königlichen Familie.
Da der Gebäudekomplex über ein halbes Jahrtausend immer weiter wuchs, prägen die persönlichen Geschmäcker der verschiedenen Könige, Herzöge und Fürsten sowie die jeweils modernen Elemente der Renaissance, des Barock, des Rokoko und des Klassizismus die Architektur.
Die alten Mauern des Stadtschlosses wurden Zeuge einer langen Geschichte:
Eine gotische Neuveste, eine kleine Burg in der Ecke der damaligen Stadtbefestigung, löste den Alten Hof als Herrschersitz ab. Bis ins 16. Jahrhundert wird die gotische Burg zum prachtvollen Herrschersitz ausgebaut. Ein Turmstumpf befindet sich noch immer in der heutigen Residenz.
Der Bau der "Kunstkammer" begann und dauerte bis zum Jahr 1571. Wilhelm Egkl war für die Errichtung des sogenannten Antiquariums im Auftrag des Herzogs Albrecht V verantwortlich. Zunächst diente das Antiquarium als herzogliche Antikensammlung, später dann als Festsaal. Noch heute gilt das Antiquarium als Höhepunkt eines Rundgangs durch die Residenz: Der prächtige Saal im Renaissancestil ist der größte seiner Art nördlich der Alpen.
Herzog Wilhelm V. veranlasste den Bau des Witwenstocks für die Herzogin Anna. Dieser ist heute jedoch nicht mehr erhalten.
Der Bau der Vierflügelanlage begann unter dem Architekten Friedrich Sustris. Fertiggestellt wurde sie im Jahr 1586.
Herzog Maximilian I. (der spätere Kurfürst) ließ die Hofkapelle errichten, die Bauzeit betrug zwei Jahre.
Die Alte Residenz (auch "der Kaiserhof" genannt) entstand im Stil der Spätrenaissance. Der Kaiserhof beherbergt den Herkulessaal, die Kaisertreppe, den Kaisersaal und die Trier- und Steinzimmer.
Im Auftrag Ferdinand Marias entstanden die Päpstlichen Zimmer. Ihren Namen verdanken die Räume dem Besuch des damaligen Papstes, Papst Pius VI., der bei einem Aufenthalt in München dort übernachtet hat.
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Karl Albrecht, Kurfürst und Kaiser, veranlasste den Bau der Ahnengalerie. In die Zeit seiner Regentschaft fallen zudem die Errichtung der Reichen Zimmer und der Grünen Galerie zwischen 1726 und 1737. Die Entwürfe stammten von Cuvilliés, der die Räume im Stil des höfischen Rokokos gestaltete.
Unter König Ludwig I. erhielt die Anlage ihren heutigen Charakter. Hofarchitekt Leo von Klenze orientierte sich an italienischen Vorbildern, dem Palazzo Pitti und dem Palazzo Rucellai in Florenz. So wurde der königliche Palast mit klassizistischen Appartements und den Nibelungensälen errichtet. Auch der Festsaal (1835 bis 1842) und die Allerheiligen-Hofkirche (1826 bis 1835) wurden im Stil der italienischen Renaissance gestaltet.
König Ludwig II. gab den Bau eines Wintergartens in Auftrag. Dieser befand sich am Nordwestflügel der Residenz und beherbergte exotische Tiere und Pflanzen. Das Terrain von 70 x 17 Metern bot außerdem Platz für einen künstlichen See, eine Fischerhütte, ein riesiges Panoramagemälde und einen Kiosk.
Die Gartenpracht ist nur von kurzer Dauer: Nach dem Tod des König Ludwigs II. baute man den Wintergarten wieder ab.
König Ludwig III. verließ die Münchner Residenz nach Ausrufung der Republik. Die Abschaffung der Monarchie ermöglichte der Öffentlichkeit den Zutritt zur Residenz. Seit 1920 dient das riesige Bauensemble der Residenz als Residenzmuseum.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Residenz schwer zerstört: Von den 23.000 Quadratmetern der Residenz blieben wohl lediglich 50 Quadratmeter von der Zerstörung verschont. Kostbarkeiten von unschätzbarem Wert gingen jedoch verloren. Zu den zerstörten Bereichen gehören unter anderem die Fresken der Allerheiligenhofkirche, die Ausstattung der Päpstlichen Zimmer und die Säle im Festsaalbau.
Nach dem Krieg widmete man sich ehrgeizig dem Wiederaufbau der Münchner Residenz. An die Stelle des Cuvilliés Theaters trat das Neue Residenztheater. Der Neue Herkulessaal ersetzt seit dem Wiederaufbau den zerstörten Großen Thronsaal.
Heute zählt die Residenz insgesamt 130 Räume, zehn Höfe und ist in drei Hauptkomplexe gegliedert: den Königsbau auf der Seite des Max-Joseph-Platzes, die Alte Residenz auf der Seite der Residenzstraße und den Festsaalbau an der Seite des Hofgartens.
Obwohl die königliche Residenz bereits seit 1920 ein prächtiges Museum ist, werden die festlichen Säle noch für Empfänge und Konzerte genutzt. Ein Besuch des Residenzmuseums ist sehr empfehlenswert, die Residenz ist eine Topattraktionen in München. Das Museum bietet einen faszinierenden Einblick in vergangene Zeiten und zeigt interessante Zeugnisse der bayerischen Könige seit dem Mittelalter.
Bevor man das Innere der Residenz betritt, sei ein Abstecher zu den Löwen der Residenz empfohlen. Die vier Tiere aus Bronze bewachen den Eingang zur Residenzstraße, die Berührung der glänzenden Nasen soll Glück bringen. So kommt es nicht selten vor, dass Passanten, sowohl Münchener als auch Besucher der Stadt, im Vorübergehen die Nasen der Löwen streicheln - Glück kann man ja schließlich immer gebrauchen...
Die Schatzkammer in der königlichen Residenz beherbergt wertvolle Kunstgegenstände. Die ältesten Exponate stammen aus dem frühen Mittelalter. Herzog Albrecht V. gründete im Jahre 1565 eine Sammlung, die sämtliche wertvollen Sammelobjekte der Wittelsbacher vereint.
Neben Schmuck, Orden, Geschirr und Waffen beherbergt die Schatzkammer der Residenz unter anderem das Arnulfziborium (ein von Kaiser Arnulf um 890 in Auftrag gegebener Altaraufbau - ein Zeugnis mittelalterlicher Goldschmiedekunst), das Kreuzreliquiar Kaiser Heinrichs II. (eines der bedeutendsten Werke der Goldschmiedekunst, das aus der Zeit um 1000 stammt und zur Aufbewahrung von Reliquien bestimmt war), das Giselakreuz (ein aus der Zeit um 1006 stammendes gold- und edelsteingeschmücktes Kreuz der Königin Gisela von Ungarn) sowie mehrere mittelalterliche Kronen, die im 11. Jh. gefertigt wurden, wie beispielsweise die Kunigundenkrone.
Zu den Höhepunkten der Sammlung zählen aber vor allem die Kroninsignien des Königreichs Bayern und die Renaissancestatuette des Ritters St. Georg. Auch außereuropäische Schätze sind zu sehen wie die in den Türkenkriegen erbeuteten Dolche.
Von den separaten Einzelbewertungen zu dieser Attraktion folgt die durchschnittliche Bewertung
Anschrift und Verkehrsanbindung:
Adresse: Residenzstraße, 80333 München
S-Bahn: Marienplatz
U-Bahn: Marienplatz, Odeonsplatz
Telefon: +49 - 89 - 290671
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