Schloss Neuschwanstein ist wohl eines der berühmtesten Schlösser weltweit und eine der bekanntesten und beliebtesten Attraktionen für Touristen in Deutschland. Südwestlich von München, rund 80 Kilometer Luftlinie von Münchens zentralem Punkt (der Mariensäule) entfernt, nahe der Grenze zu ßsterreich, liegt das sagenhafte "Märchenschloss" Neuschwanstein: Hoch auf einem steilen Felsen thronend, 200 Meter über dem Tal38, verziert mit vielen spitzen Türmchen - genau so wollte König Ludwig II., der auch als "Märchenkönig" bezeichnet wird, sein Schloss haben.
Seine märchenhaften Fantasien dienten Ludwig II. als Flucht aus der politischen Realität, in der er eine Niederlage im Krieg gegen die Preußen erlitten hatte, weshalb er sich verpflichten musste, im Kriegsfalle Preußen seine Armee zur Verfügung zu stellen, was ihn als souveränen Herrscher entmachtete.
Die malerische Alpenlandschaft des Allgäus und die Architektur des Schlosses, die den Stil der mittelalterlichen Romanik des 13. Jahrhunderts nachahmt, machen die mystische Wirkung von Schloss Neuschwanstein perfekt - man fühlt sich in die Traumwelt des "Märchenkönigs" Ludwig II. entführt. Sein Schloss sollte im Stile einer mittelalterlichen Ritterburg errichtet werden und Erinnerungen an mittelalterliche Sagenhelden wie Tannhäuser, Parzival und Lohengrin wachrufen. Dabei wollte Ludwig II. jedoch nicht auf die modernen, technischen Errungenschaften seiner Zeit verzichten: So wurden die im romanischen und gotischen Stil errichteten Räume mit Zentralheizung, fließendem Wasser und sogar Telefon ausgestattet.
Der Bau des Schlosses Die Pläne für das Schloss entwarf der Architekt Eduard Riedel, der dabei Zeichnungen des Münchener Bühnenmalers Christian Jank einarbeitete. Der Grund für das Einschalten des Malers war, dass das Schloss nach den Träumen des bayerischen Herrschers König Ludwig II. gestaltet werden musste, die der Bühnenmaler dann dem Architekten als Vorlage für dessen Entwürfe anfertigte.
Am 5. September 1869 erfolgte die Grundsteinlegung zum Bau des neuen Schlosses Neuschwanstein anstelle einer alten Burgruine. Ludwig II. erhoffte sich, drei Jahre später einziehen zu können. Die Bauarbeiten verzögerten sich jedoch immer wieder und dauerten schließlich 20 Jahre länger als geplant. Bereits während der Bauphase bezog Ludwig II. sein Traumschloss, wohnte in den zuerst fertig gestellten Räumen. Doch auch im Jahre 1886, beim Tod des Königs, war das Schloss noch nicht vollendet.
Rundgang durch das Schloss Entgegen des sehnlichen Wunsches von Ludwig II., das Schloss solle niemals dem Volk zugänglich sein, da hierdurch das "Märchenschloss" entzaubert würde, wurde das Schloss noch im selben Jahr der ßffentlichkeit zugänglich gemacht. Rund 1,3 Millionen Besucher pilgern jährlich nach Neuschwanstein.
Die märchenhaften Vorlieben von Ludwig II. spiegeln sich in zahlreichen Wandmalereien mit Szenen aus mittelalterlichen Sagen und in einer Innenausstattung mit dem Schwan als Leitmotiv wider. Die Innenräume sind nur im Rahmen einer 25-minütigen Führung zu besichtigen, dabei kann man sich unter anderem die königlichen Wohn- und Schlafräume, die hauseigene Kapelle, den Thronsaal, die romantische Grotte sowie Dienerräume und die Küche anschauen.
Im dritten Obergeschoss befindet sich ein "gotischer" Vorplatz, der von einem mittelalterlichen Kreuzrippengewölbe überdacht ist und dessen Wände mit Szenen aus der Siegfried-Sage des Nibelungenzyklus geschmückt sind.
Der prächtige Thronsaal ist hingegen im Stile eines byzantinischen Kirchenraum gestaltet, als Vorbild diente die berühmte Hagia Sofia in Istanbul: die Wandbilder stellen Christus, Maria und Johannes von den Engeln umgeben dar. Anstelle des Altars war der Thron geplant, zu dessen Fertigstellung es aber nie kam. Für Ludwig II. sollte der Thronsaal nicht wie üblich staatlichen Empfängen dienen, sondern er erdachte ihn als seinen Raum für einen idealen Herrscher von Gottes Gnaden.
Bemerkenswert sind auch die Errungenschaften der modernen Technik, die Ludwig II. in das Schloss integrieren ließ: So wurden die Speisen von unten aus der Küche mit einem Aufzug direkt ins Speisezimmer hochtransportiert.
Im königlichen Schlafzimmer finden sich eindrucksvolle Schnitzarbeiten aus Eichenholz und Wandbilder zeigen Szenen aus dem Epos "Tristan und Isolde". In der "gotischen" Hauskapelle stellen Wandgemälde und Glasmalereien das Leben von Frankreichs König Ludwig IX., "des Heiligen" dar, der für Ludwig II. ein Vorbild war.
Das Wohnzimmer wird durch vier pompöse Säulen in einen größeren Hauptraum und ein kleines sogenanntes "Schwaneneck" geteilt, in welches sich Ludwig II. gern zum Lesen zurück gezogen haben soll. Aus dem Wohnzimmer gelangt man in eine idyllische Grotte, die mit einem kleinen Wasserfall und farbiger Beleuchtung eine romantische Stimmung erzeugen soll.
Im vierten Obergeschoss befindet sich schließlich der Sängersaal (der größte Saal des Schlosses), der nach dem Vorbild des Festsaals auf der Wartburg bei Eisenach geschaffen wurde.
Tipp: Den besten Blick auf das Schloss hat man von der Marienbrücke aus: Nahe dem Schloss wurde diese kleine Brücke über die Pöllatschlucht gezogen. Von hier hat man freie Sicht auf das wundervolle "Märchenschloss" Neuschwanstein.
Anschrift und Verkehrsanbindung:
Adresse: Neuschwansteinstraße 20, 87645 Schwangau
Ich hätte zwei Fragen: Wer waren die drei Architekten von Schloß Neuschwanstein und Welche beiden Kirchen, die Ludwig der Erste hatte bauen lassen, sind im Thronsaal baulich zitiert? Danke weiterlesenantworten
Kommentare und Tipps von anderen Usern zu Schloss Neuschwanstein
adfasdf meint zu Schloss Neuschwanstein:
Ist wie ein Urlaub in Japan mit astronomischen Eintrittspreisen.
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Gast meint zu Schloss Neuschwanstein:
Leider ist das Fotografieren im Schloss verboten. Na ja, ist ja fast in jedem Museum/Schloss so. Was mich doch sehr überrascht hat, waren die humanen Preise. Der Eintritt war okay und auch alles drum herum, z.B Eis, Getränke, etc.
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Gast meint zu Schloss Neuschwanstein:
Nach dem Schlossbesuch ist ein Spaziergang auf den Wegen rund um das Schloss sehr lohnenswert. Da bekommt man noch einmal einen anderen Eindruck.
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Gast meint zu Schloss Neuschwanstein:
Selbst ein Bayer sollte wissen wie es hier Ausschaut. Der Ausblick ist wirklich gigantisch. Da hatte der Ludwig einen tollen Platz für das Schloss gefunden.
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Gast meint zu Schloss Neuschwanstein:
Neuschwanstein ist eindeutig ein Märchenschloss. Der Ausblick ist total super. Alles herum ist wirklich sehr sehenswert, aber das Schlossinnere ist nicht unbedingt ein Muss. Die Führungen sind überfüllt und es macht wenig Spaß, wenn man ständig auf irgend jemanden warten muss.
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